Zu Besuch beim Radioteleskop in Effelsberg

Meine Maps-App sagte mir eine Fahrtzeit von knapp 2 Stunden voraus. Da ich lieber immer etwas Zeitpuffer habe, entschied ich mich, insgesamt 3 Stunden einzuplanen. Wie gut diese Entscheidung war, sollte ich noch leidlich erfahren. Mein Ziel war das Radioteleskop in Effelsberg. Dort hatte der Verlag „Spektrum der Wissenschaft“ seine Leser zu einer Exkursion am Radio-Observatorium eingeladen.

Zuerst kam ich gut durch. In meinem Auto lag ein gebügeltes Hemd, das ich erst vor Ort anziehen wollte, damit es nicht vom Sitzen zerknittert. Schließlich wollte ich einen guten Eindruck hinterlassen. Köln war trotz seiner vielen Baustellen schnell umfahren, dann wurde es sehr ländlich. Aber so ist nun mal die Eifel: viel Landschaft, wenig Verkehr. Dann plötzlich vor mir eine Absperrung. Nun gut, folge ich eben eine vorgeschlagene Umleitung… wenn da eine gewesen wäre. Meine App wollte mich ständig zur gesperrten Straße zurückschicken (was ihr auch nach einem großen Umweg durch sehr kleine Dörfer, die wie ausgestorben wirkten, einmal gelang).

Der Zeitvorsprung schmolz dahin. Irgendwann jedoch schaffte ich es trotzdem, die gesperrte Straße zu umfahren. Ich hielt meine Augen offen, denn langsam meldete sich mein Magen. Aber von einem Café, Bäckerei oder gar Tankstelle war nichts zu sehen. Hungrig erreichte ich dann doch irgendwann den Besucherparkplatz.

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Fußweg Radioteleskop

Einige Meter davon entfernt befindet sich eine kleine Gaststätte. Dort bat ich um ein belegtes Käsebrötchen. Die Wirtin hatte aber nicht verstanden, dass ich keine Remoulade haben wollte, und quetschte somit eine volle Ladung davon auf die erste Hälfte des Brötchens. Schnell wies ich auf ihren Fehler hin, sie schaute mich böse an. Ihr Mann riet ihr dann ruhig, mir ein neues zu machen. „Näh!“, schimpfte sie und wollte mit einem Papiertuch die Remoulade vom Käse wischen.

Kurze Zeit später saß ich am Holztisch mit Blick auf das entfernte Teleskop und biss in mein neu belegtes Brötchen. Ich ließ mir mein 4-Euro-Brötchen schmecken…

Dann ging ich zum Parkplatz zurück. In der Mail stand doch als Treffpunkt der Besucherparkplatz, oder? Nachdem ich mir nun mein frisches gebügeltes Hemd angezogen hatte, blickte ich nochmal in meinen Posteingang im Handy. Da stand… Besucherpavillon! Oje, wo ist der denn nun? Meinten die vielleicht die Gaststätte? Meine Uhr verriet mir, dass ich noch 7 Minuten Zeit hatte. An der Gaststätte angekommen, fragte ich den Wirt. Er wies den Weg runter und blaffte: „Da runter! 800 Meter!“

Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel. Die Luft flimmerte über den heißen Asphalt. Links und rechts der Straße wogen die Grashalme träge vor sich hin, während die Insekten surrend durch die Gegend flogen. Mein schnelles Trapsen und mein keuchender Atem durchbrachen diese Idylle. Noch 4 Minuten… Hinter der nächsten Kurve musste es doch sein? Nein, da war noch eine Kurve. Dann endlich sah ich das kleine Gebäude. Am Eingang stand schon jemand, sah mich mit hochroten Kopf anlaufen, und hielt die Tür auf. Ich bedankte mich leise (hatte keine Luft mehr) und betrat den dunklen Raum. Ich setzte mich gleich auf den ersten Stuhl in der Sitzreihe, stellte meine Fototasche ab und versuchte, keine allzu großen Schweißpfützen zu produzieren. Klappte aber nicht, das Wasser lief ohne Unterlass über meinen ganzen Körper.

Noch gestern hatte ich überlegt, welche Objektive ich für den heutigen Tag mitnehmen sollte. Ich wusste nicht um die Lichtverhältnisse, also entschied ich mich für mein lichtstarkes 17 – 50 mm. Da ich aber auch Teleaufnahmen machen wollte, musste somit auch das 70 – 200 mm (F:2,8) mit. All das hatte natürlich wahnsinnig viel Gewicht. Mit diesen Gedanken schaute ich böse auf meine Kameratasche, während Schweißperlen über meine Nase auf dem Boden tropften. Zuhause lag mein superleichtes Zoomobjektiv (18 – 135 mm). Ich zog mein durchgeschwitztes Hemd aus und knüllte es in den für uns bereitgestellten Jutebeutel. Zum Glück sieht man den Schweiß auf mein schwarzes T-Shirt nicht so…

Der Vortrag begann. Die Einführungsrede hielt Dr. Martin Neumann, Redakteur der Zeitschrift „Sterne und Weltraum“. Er hieß uns alle Willkommen und übergab zügig an Dr. Norbert Junkes vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Sein Vortrag war sehr kurzweilig. Er verstand es, wissenschaftliche Fakten mit kleinen amüsanten Geschichten zu verknüpfen, so dass die hierfür anberaumte Stunde wie im Fluge verging.

Inzwischen hatte ich den Großteil meines Wasserhaushaltes ausgeschwitzt und war nunmehr bereit, wie die anderen endlich das Radioteleskop zu besuchen. Wir bekamen noch kleine Plastikkärtchen ausgehändigt, und dann ging es los…

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Mit Karte zum Radioteleskop

Der Weg führte in Schlangenlinien ins Tal. Wir durchquerten einen kleinen Wald. Am Ende konnten wir das durch hohe Zäune abgesperrte Gelände durch ein Tor betreten. Auch hier verstand es Dr. Norbert Junkes uns mit viele Informationen zu füttern.

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Dr. Norbert Junkes

Jetzt kam mein Teleobjektiv zum Einsatz. Ich fotografierte einige Details der Metallkonstuktionen des Teleskopes.

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Es war schon ein tolles Gefühl, dem Teleskop so nahe zu sein. Der „normale“ Besucher hat lediglich die Möglichkeit, dieses von dem Besucherpavillon aus zu bewundern. Jetzt hier im Schatten einiger Bäume mit dem Kopf im Genick zu stehen und es zu bewundern, dafür hatte sich der ganze Aufwand schon gelohnt. Lediglich auf das Schleppen des schweren Teleobjektivs hätte ich verzichten können.

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Radioteleskop Effelsberg

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Selfie mit Teleskop

Kurze Zeit später betraten wir das Kontrollzentrum. Im Flur standen einige technische Exponate, an den Wänden hingen astronomische Bilder.

 

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Konferenzraum

Über eine Treppe gelangten wir ins Allerheiligste, dem Arbeitsplatz der Wissenschaftler (auch wenn die meisten der hier arbeitenden keine Astronomen waren). Besetzt war dieser tatsächlich nur von einer Person, deren Schicht gerade abgelaufen war. Seine Ablösung betrat kurz nach uns den Raum.

Aber was für ein Ausblick! Sicherlich gewöhnte man sich mit der Zeit daran, aber wenn ich da an meinem Bürofenster denke…

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Was für eine Aussicht

Auch hier verging die Zeit wie im Fluge. Schnell noch einige abschließende Aufnahmen gemacht, schon standen wir wieder draußen. Wir schlenderten dem Ausgang des Geländes zu und standen kurze Zeit später wieder am Besucherzentrum. Dort löste sich die Gruppe langsam auf, und auch ich begab mich den langen Weg zurück zum Parkplatz, den ich dank der aggressiven Fliegen (Bremsen?) ziemlich schnell erreichte.

Das Wasser, das ich im meinem Auto vergessen hatte, war mittlerweile sehr warm. Egal, der Ausflug hatte sich gelohnt. Nur das mit meinem Fotoequipment muss ich mir demnächst vorher genausten überlegen.

Mal schauen, was ich als nächstes besuche…

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Meine Website: Baltrusch-Photo

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Bandshooting mit „Vortex Radio“

Überpünktlich wie immer, nutze ich die Zeit am Treffpunkt, um die Location zu studieren. Ich befand mich in Dortmund-Kirchderne, dort an einer U-Bahn-Station. Alles sah etwas heruntergekommen und schmutzig aus; also eigentlich genau mein Ding.

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Nach einiger Zeit kam Jenni, eine der Musikerinnen der Band „Vortex Radio“ und begrüßte mich. Ich kannte sie schon von einem früheren Shooting, doch diesmal sollte es um die Band gehen. Nach und nach trudelte der Rest ein.

Da ich sie erst jetzt kennenlernte, stellte sich bei dem Gespräch heraus, für welche Zielgruppe die Fotos sein sollten. „Vortex Radio“ spielt für Hochzeiten, Geburtstage etc. Die Fotos sollten also freundlich sein, nicht so, wie ich es mir angesichts dieser Location vorgestellt habe. Also verabschiedete ich mich von den Plan, Fotos a la Depeche Mode (Schwarzweiß, harte Kontraste, melancholische Wirkung) zu machen.

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Bei einem Posing konnte ich mich jedoch nicht zurückhalten, und so gestaltete ich das Foto „etwas“ grunchiger.

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Es gefiel aber grotzdem alle. 🙂

Danach ging es zum Proberaum. Und genau, wie man es sich so vorstellt, war es dann auch: klein, eng, sehr warm, aber voll mit Kreativität und guter Laune.

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Nicht nur die Band, auch ich als Fotograf, konnten unsere Passionen nun endlich freien Lauf lassen. Ich habe schon sehr oft Konzertfotografie gemacht, aber hier kam ich mir vor, als ob ich selbst auf der Bühne stand. Begleitet mit guter Musik dokumentierte ich die Probe.

 

Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wenn ihr also eine gute Musikband für eure nächste Veranstaltung sucht, dann kann ich „Vortex Radio“ sehr empfehlen.

Ihre Website: Vortex Radio

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Fototour mit Sohn

Es war kalt. Der eisige Wind pfiff uns um die Nase. Heute Morgen hatte es kurz geschneit, die Landschaft um uns herum war deshalb leicht angezuckert, gab dem Ganzen einen mystischen Touch. Wir, das waren neben meiner Wenigkeit, meine Frau und unser 8jähriger Sohn.

Zu Weihnachten schenkte ich ihn eine gebrauchte Canon 350D. Das war damals auch meine erste richtige Digitalkamera. Daraufhin löcherte er mich, wollte alle Funktionen wissen. Eigentlich sollte er erstmal den Umgang mit der Kamera erlernen, wie man ein Bild aufbaut etc. Doch er ließ nicht locker. Also gingen wir nach draußen, durchstreiften die Landschaft. Ich erklärte ihn, wie man mit gezielten Manipulationen eine Bildwirkung erzielt. Zum Beispiel, wenn man in die Hocke geht und eine Spiegelung mit ins Bild aufnimmt. Daraufhin machte er dieses Foto:

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Ich bin so stolz auf ihn.

Heute nun gingen wir zum zweiten Mal so richtig auf Fototour. Wir hatten uns die Burgruine in Hohensyburg bei Dortmund ausgesucht, und hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Weil es so kalt und Rosenmontag war, waren wir so gut wie alleine in dieser wundervollen, schneebedeckten Landschaft.

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Schon der Weg zur Burg war eine Augenweide. Mein Sohn zeigte sich verwundert, warum ich schon hier meine Kamera auspackte.

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Ich deutete zur Ruine, lenkte seine Aufmerksamkeit auf die Wolken, den Weg, der den Blick durch den Schnee zum Hauptmotiv lenkte. Ich merkte richtig, wie er plötzlich die Welt um ihn herum mit anderen Augen sah… mit den Augen des Fotografen. Ab da war er nicht mehr zu halten. Ständig zeigte er mir aufgeregt Motive und Perspektiven, die er plötzlich entdeckte.

 

Sehr viel später gingen wir durchgefroren aber glücklich zum Auto.

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Es ist ein so tolles Gefühl, Vater zu sein…

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Comic Con Dortmund 2017

Seit meiner frühesten Kindheit sammle ich Comics; mein kleines Büro unter dem Dach (Festung der Einsamkeit) quillt schon langsam über. Ich liebe Star Trek, und schaue mir jede Comicverfilmung im Kino oder, wenn ich das zeitlich nicht schaffe, Zuhause auf dem eigenen TV an.

Was liegt da nicht näher, als eine ComicCon zu besuchen? Seit langem vorgehabt, dieses Jahr hat es endlich geklappt. Mit vier weiteren Nerds traf ich mich an einem Sonntagmorgen zum Frühstück. Frisch gestärkt fuhren wir sodann nach Dortmund. In den sozialen Netzwerken wurde berichtet, dass es am Vortag dort nicht so gut gelaufen sei. Die Hallen waren überfüllt, stundenlanges Anstehen für ein Autogramm oder für ein Foto mit den Stars. Es wurden aber seitens der Verantwortlichen über Nacht einige logistische Veränderungen vorgenommen, so dass wir von diesem Chaos verschont blieben. Natürlich bildeten sich lange Schlangen, aber es war doch sehr erträglich.

In den Hallen ging einem dann natürlich das Herz auf. Nicht nur der Nerd in mir war begeistert. Auch als Fotograf kam man da voll auf seine Kosten. Gleich in der ersten Halle traf man an jeder Ecke Cosplayer, die stolz ihre Kostüme vorführten.

Hier einige Beispiele:

Gerade auch die Zombiefraktion hatte sich mächtig ins Zeug gelegt:

Wie ich bereits geschrieben habe, als Fotograf kam man aus dem Knipsen gar nicht mehr heraus…

Auch die andere Halle war recht gut besucht.

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Dort konnte man sich mit nerdigen Merchandising eindecken:

Mein persönliches Highlight war dann die Begegnung mit dem einzig wahren Highlander Connor MacLeod vom Clan der MacLeod, geboren 1518 in Glenfinnan am Loch Shiel. Sein bürgerliche Name ist Christopher Lambert:

Natürlich musste ich mir ein Autogramm holen:

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Das viele Herumlaufen erforderte dann doch seinen Tribut. Als ich mich auf diesen recht unbequemen Stuhl ausruhen wollte, wurde ich jedoch unmissverständlich aufgefordert, doch bitte weiterzugehen.

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Auf der Bühne wurden den ganzen Tag über diverse Stars interviewt. Eine gute Gelegenheit, sich etwas auszuruhen und zuzuhören. Hier war es z.B. Billy Boyd, bekannt aus den Filmen „Herr der Ringe“:

Nach vielen Stunden ging auch dieser Tag vorüber.

Fazit: Für Fotografen und Nerds ein absolutes Highlight. Aufpassen muss man nur auf seine Geldbörse, denn diese kann sich sehr schnell leeren. Aber es macht Spaß, und wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein!

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Änderungen für 2018

Als passionierter Fotograf klebst du das ganze Jahr hinter deiner Kamera, so auch ich. Trotzdem gibt es Momente, wo ich sie nicht dabei habe, so auch gestern in Düsseldorf, wo ich mit meiner Frau ein klassisches Konzert besuchte (es muss ja nicht immer Ray Wilson sein). Nicht nur auf der Bühne, sondern auch abseits davon während der Pause im Foyer sah ich viele eindrucksvolle Motive. Naja, es muss auch mal ohne Kamera sein…

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Worauf ich aber mit diesem Blogeintrag hinauswollte: auch wenn ich das ganze Jahr über Fotograf bin, knubbeln sich meine (bezahlten) Tätigkeiten hauptsächlich in den Sommermonaten; diese sind für dieses Jahr vorbei, so dass ich diesbezüglich etwas zur Ruhe komme und ich mir Gedanken machen kann, wie es denn dieses Jahr so gelaufen ist. Was habe ich anders gemacht, was war neu, und wo sind Verbesserungsmöglichkeiten?

Ich habe mir 3 Punkte notiert, die ich unbedingt in Angriff nehmen möchte:

 

  1. Fotografennetzwerk aufbauen!

Dieses Jahr war meine größte Auftragsdichte überhaupt. Eine Hochzeit reihte sich an die nächste. Das Ganze macht mir wahnsinnigen Spaß, doch was ist, wenn ich plötzlich krank werde? Oder wenn sich Termine zeitlich sehr annähern?

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Um das Ganze etwas abzufedern, möchte ich mir ein Netzwerk an befreundeten Fotografen aufbauen, die sich gegenseitig unterstützen, und vielleicht mal einspringen, wenn es zu einem unerwarteten Engpass kommen sollte. Das ist mir dieses Jahr zum ersten Mal passiert. Mein Dank geht an Carsten Grunwald, der ganz spontan für mich einspringen und einen Auftrag übernehmen konnte!

Im Zeitalter von sozialen Netzwerken sollte es wohl kein Problem sein, eben so ein Netzwerk aufzubauen. Wie gesagt, das ist ein Punkt für meine anstehende Agenda.

 

  1. Mitentscheidung des Kunden an den Fotos!

Nach einem Auftrag sichte ich die gemachten Fotos und sortiere aus. Bei Hochzeiten kommen schon weit über 1000 Fotos zusammen. Also schaue ich drüber. Technisch mangelhafte Fotos (unscharf, verwackelt, falschbelichtet) werden sofort rausgenommen. Da ich gerne Reihenaufnahmen mache, gibt es von diversen Szenen manchmal mehrere gleichartige Fotos. Hier suche ich das Beste aus (haben alle die Augen auf? Ist ein Arm oder Bein angeschnitten..? etc). Und dann entscheide ich noch, ob das Bild an sich eine Aussage hat. Wenn es „nur“ so dahingeknipst ist, nehme ich es auch raus.

Öfters werde ich dann gefragt, ob ich denn nicht alle Fotos übergeben könne. Sie bräuchten auch nicht bearbeitet sein, wird dann noch in die Diskussion geworfen.

Ähh, nein, das mache ich nicht! Das wäre für mich so, als ob ich zur analogen Zeit, die unentwickelten Negative dem Kunden in die Hand gedrückt hätte (ältere Leser wissen, wovon ich schreibe).

Ich gebe ja nicht nur die Fotos, sondern auch ein Bild meiner Arbeit mit ab!

Und wenn da so viele nichtgelungene Fotos mit dabei sind… Du verstehst.

Aber ja, ich verstehe auch die andere Seite. Sie haben wohl nicht den Blick wie ich auf die Fotos. Sie sehen das Ganze nicht aus der technischen, sondern mehr aus der emotionalen Perspektive. Ihnen ist es vielleicht egal, ob das Bild etwas unscharf ist, aber hey, das Baby guckt gerade so süß.

Also habe ich mich im Netz umgeschaut, und bin auf den Anbieter PicDrop gestoßen.

Dort kann man online seine Fotos hochladen und dem Kunden mit einem Passwort geschützten Zugang die Fotos zur Ansicht zur Verfügung stellen. Dieser hat dann dort die Möglichkeit, die von ihm gewollten Fotos zu markieren (oder die nichtgewollten). Außerdem kann er dort zu jedem Foto noch ein Kommentar oder Verbesserungsvorschläge abgeben. Ich bekomme per Mail die Infos zugeschickt, und kann dementsprechend reagieren. Natürlich werde ich auch hier eine Vorauswahl treffen, schließlich kann ich dem Kunden nicht zumuten, hunderte von Fotos durchzuschauen. Es geht ja mehr darum, dass wir uns quasi online zusammensetzen und gemeinsam über die Fotos entscheiden. Ich werde also meine Anzahl an Fotos, die ich zur Verfügung stelle, vergrößern. Ich hoffe, dass damit die Diskussionen, alle Fotos haben zu wollen, der Vergangenheit angehören.

 

  1. Bearbeitungszeit verkürzen!

Bisher brauche ich knapp 4 Wochen, um ein Hochzeitsshooting, das sich über einen ganzen Tag erstreckt und bis über 1000 Fotos produziert, zu bearbeiten. Das liegt nun mal daran, dass ich nicht hauptberuflich Fotograf bin, sondern diese Tätigkeit nebenher mache. In der Woche gehe ich meiner regulären Arbeit nach, so dass eigentlich nur die Wochenenden zur Fotobearbeitung zur Verfügung stehen. Ich habe aber auch ein Privatleben und eine Familie, was dann die Bearbeitungszeit nochmals verkürzt. Aber so, wie der Kunde die Fotos natürlich so schnell wie möglich haben möchte, so möchte ich einen Auftrag auch schnellstens hinter mich bringen, um mich auf das nächste zu konzentrieren (und wenn dann noch Anfragen wie unter Punkt 3 beschrieben auflaufen…).

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Nun, ich habe entschieden, eine gewisse Anzahl von meinen Urlaubstagen im Jahr für Fotobearbeitungstagen zu reservieren. Hochzeiten fallen ja meistens am Wochenende statt. Wenn ich also in der darauffolgender Woche einen Tag Urlaub nehme (Frau und Kinder sind dann auch nicht Zuhause), und den ganzen Tag die Fotos bearbeite, sollte ich zeitnah fertig werden.

So, das sind meine Überlegungen für das nächste Jahr. Ob und wie ich alle drei Punkte verwirklichen kann, wird sich herausstellen.

Aber vielleicht gibt es noch andere, bessere Lösungen? Wie machst Du es? Ich bin offen für Vorschläge. Also immer her damit.

Man sieht sich…

 

 

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Meine neue Kamera

Vor einigen Wochen veröffentlichte Canon die Mitteilung, dass sie die 6D Mark 2 rausbringen. Zur Zeit arbeite ich noch mit der 7D (Mark 1), und diese ist nunmal in die Jahre gekommen. Und ja, ich liebäugel mit einer Vollformatkamera. Warum? Sie sollen nunmal qualitativ besser sein als die APS-C-Kameras. Und nach so vielen Jahren, wollte ich mir eben jetzt eine Vollformat gönnen. Preislich ist sie auch gerade noch annehmbar (2099 Euro UVP), wobei der Straßenpreis in den nächsten Monaten fallen wird. Problem ist nur, dass meine Objektive nicht für Vollformat geeignet sind. Dachte ich erst. Meine teuerstes Objektiv ist das Telezoom 70-200 mm 2.8 von Tamron. Ein Anruf bei Calumet in Essen bestätigte mir jedoch, dass dieses Teil auch auf eine Vollformat passt.

Dann ist da mein Allrounder, den ich immer drauf habe. Das ist das 17-50 mm 2.8 von Tamron. Das nutze ich fast immer auf Konzerten oder Hochzeiten. Das müsste ich mir für Vollformat neu kaufen, da wäre der Preis bei knapp 850 Euro. Mit Ersatzakku und Chipkarten käme mir also die neue Kamera mit Zubehör so zwischen 2600 € bis knapp 3000 €, je nachdem, wie der Preis für die Kamera in den nächsten Monaten fallen würde.

Also fing ich an, mir technische Informationen über die Canon 6D MII einzuholen.

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Das Netz war voll von Infos, allerdings waren diese doch recht durchwachsen bis sehr negativ. Aber Du kennst das: wenn man sich erstmal in einer Sache verbissen hat, möchte man das Negative nicht so wahrnehmen.

Also fing ich an zu grübeln…

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und überlegte und überlegte…

Welche Nachteile hat denn die Canon 6D M2?

  • Da ist zum einen das nicht gerade tolle Rauschverhalten. Aber gerade da muss sie gut sein, wenn ich bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren muss (Hochzeiten, Konzerte)
  • Dynamikumfang. Der soll sogar schlechter geworden sein.
  • Nur ein Kartenslot.

Meine neue Kamera soll also die Nachteile oben nicht haben, und darüberhinaus auch gute Videoaufnahmen machen können. Meine jetzige hat nämlich kein Autofocus beim Filmen, was mir des öfteren unscharfe Aufnahmen einbrachte.

Also suchte ich weiter und fand: die Canon 7D Mark 2. Ja, eine Weiterentwicklung meiner jetzigen Kamera. Die ist zwar auch schon seit 2 Jahren auf dem Markt, ist aber irgendwie an mir vorübergegangen. Und sie hat wirklich all das, was ich von meiner Kamera erwarte. Und der Preis von knapp 1350 € ist auch recht akzeptabel (bis Ende August bietet Canon sogar ein Cashback von 150 € an).

Somit ist die Entscheidung gefallen. Jetzt muss ich nur noch nach Essen zu Calumet kommen. Ich kann es kaum erwarten… 🙂

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Scheckkarten-USB

Die Fotos sind alle bearbeitet, einige werden ausgedruckt und sodann in ein Leporello gesteckt. Dazu einige Visitenkarten zwecks Werbung. Die umfangreichen Fotodateien wurden bisher auf CD bzw. bei noch größeren Mengen auf DVD gebrannt. Das ganze bekam dann der Kunde von mir überreicht.

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Ich hatte bisher einmal den Fall, dass ein Kunde kein CD/DVD-Laufwerk an seinem  PC hatte. Daraufhin hatte ich ihn das Ganze auf USB kopiert. Schon damals gefiel mir diese Kombination mit USB und ausgedruckten Fotos. Auf der anstehenden Photokina hatte ich mich bei diversen Anbietern über deren Angebote informiert. Ja, sie sahen (gerade für Hochzeiten) sehr gut aus, waren auch relativ günstig… doch scheute ich mich noch etwas vor einer Großbestellung aus dem europäischen Ausland.

Nun habe ich aber doch den Schritt gewagt. Meine Wahl fiel auf Flashbay. Die Auswahl an Sticks ist recht groß, und man kann sie auch personalisieren. Also lud ich mein Logo hoch und holte mir ein Angebot rein. Das ging auch recht schnell, die Preise sind recht moderat.

Am selben Tag rief mich ein Mitarbeiter von Flashbay an und erkundigte sich, ob denn alles so in Ordnung sei. Jetzt kann man sich streiten, ob das aufdringlich oder eben eine gute Dienstleitung ist. Wir einigten uns darauf, dass die weitere Korrespondenz auf schriftlichem Wege erfolge, da ich nicht immer Zeit und Muße habe, alles per Telefon zu besprechen. Schon allein, weil ich mit den diversen Arten der Sticks und deren unterschiedlichen Druckmöglichkeiten etwas durcheinander kam, sagte mir Flashbay zu, mir Muster zu schicken, die wirklich am nächsten Tag in meinem Briefkasten waren.

Mit diesen Mustern überwarf ich dann meine bisherigen Ideen, eine neue wurde entwickelt. Diese wurde dann per Mail schnell verwirklicht, und eine Woche später wurden dann meine USB-Sticks per UPS geliefert.

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Meine Idee war, dass ich quasi meine Visitenkarten, die ich ja bei den Fotos als Eigenwerbung mit dazulege, auf den Scheckkarten-USBs abbilde. Das heißt, dass auf der einen Seite ein Schwarzweiß-Foto mit meinen (abgespeckten) Kontaktdaten abgedruckt wird, auf der anderen Seite ein Farbfoto.

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Mit der Qualität bin ich eigentlich sehr zufrieden. Eigentlich? Nun, ich bin ja, was meine Fotos anbelangt, ein kleiner Perfektionist. Das Farbfoto auf meine USB-Scheckkarten ist etwas zu dunkel geworden, das goldene Licht des Sonnenuntergangs ist nicht so gesättigt, wie ich es auf meinem durch Farbmanagement geeichten Monitor her kenne.

Aber alle, die die Karten bisher gesehen haben, zeigten sich begeistert, also bin ich es auch. 🙂

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