Ray Wilson’s 50. Geburtstag in Poznan – Teil 2 –

Tag 2 – Treffen und erstes Konzert

Das Tageslicht kriecht in meinem Zimmer, das Öffnen meiner Augen fällt mir schwer. Die Nacht habe ich sehr unruhig geschlafen. Kein Wunder bei der Geräuschkulisse. Nach dem Duschen gehe ich eine Runde über den nun menschenleeren Markt. Die Sonne geht auf, taucht den Platz in ein wunderbares goldenes Licht.

Brunnen Posen

Sonnenaufgang

Nun meldet sich doch mein Magen. Beim Frühstück treffe ich Susanne wieder. Sie zeigt mir ihr Zimmer, und so konnte ich mich überzeugen, dass es entgegen der Aussage der Mitarbeiterin an der Rezeption von gestern nicht normal ist, dass es so laut im Zimmer sein muss. Zum Glück ist heute jemand anderes am Empfang. Sie macht auch einen weitaus kompetenteren Eindruck. Kurz: ich bekomme ein anderes Zimmer, müsse aber warten, bis es gereinigt ist. Ich nutze diese Gelegenheit, um mir Poznan anzuschauen.

So schlendere ich durch die morgendliche Gassen und Straßen.

Das sind so die Momente, wo ich doch froh bin, eine Reise unternommen zu haben. Überall sehe ich Fotomotive. Alte Straßenbahnen rattern an mir vorbei. Um mich herum der Lärm einer erwachenden Stadt.

Dann sehe ich einen Park, eine Holzbank lädt zum Verweilen ein. Ich setze mich, schaue den Tauben bei ihrer Futtersuche zu. Da erscheint eine Mutter mit ihrem kleinen Kind, das unbedingt zu den Tauben will. Unsicher auf seinen kleinen Beinchen versucht es, die Tiere zu fangen. Ich lächle und muss an meine beiden Jungs Zuhause denken. Sehnsucht erfüllt mich.

Park Poznan

Auf den Weg zurück zum Hotel durchquere ich weitere kleine Gassen. Plötzlich höre ich Musik, klassische Musik. Geigen. Hier muss eine Musikschule sein; die Töne kommen aus einem geöffneten Fenster über mir. Ich erblicke eine alte Kirche, die zwischen Häuserfronten gequetscht wirkt.

Drin bin ich überwältigt von der Größe und Schönheit dieses Bauwerkes.

Zurück im Hotel beziehe ich mein neues Hotelzimmer. Über WhatsApp verabrede ich mich für den Nachmittag mit meinen anderen Freunden (die ich teilweise noch nie persönlich kennengelernt habe), schließe die Vorhänge, hänge das „Nicht stören-Schild“ raus und falle in einen traumlosen Schlaf…

Nach 2 Stunden stehe ich gut ausgeruht vor dem Hotel und blinzle in die Sonne. Der Schlaf hat echt gut getan. Nun eile ich zum vereinbarten Treffpunkt. Dieser befindet sich direkt vor dem Hotel der anderen. Hier wird gerade die Straße erneuert, Baulärm und –schmutz um mich herum. Was bin ich froh, hier nicht mein Hotel zu haben. Dann sehe ich die anderen, die da sind: Petra, Conny, Denise, Nelly und Frank. Nach einer kurzen Begrüßung gehen wir in einer gemütlichen Pizzeria (ich sollte wirklich mal meinen Speiseplan überdenken). Später kommt noch Sönke vorbei, so dass es ein sehr schönes Treffen bei leckerem Essen wird.

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Nach dem Essen ruhe ich mich noch etwas in meinem Hotelzimmer aus. Doch dann ist es soweit: das Konzert ruft. Mit meiner Kamera mache ich mich auf den Weg.

Kulturzentrum Zamek

Kulturzentrum Zamek

Das Kulturzentrum Zamek ist ein ehemaliges Kaiserschloss, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet, im 2. Weltkrieg stark beschädigt, und danach zum Teil wieder aufgebaut wurde. Heute finden dort bis zu 700 kulturelle Veranstaltungen im Jahr statt. Ein würdiger Rahmen für einen 50. Geburtstag. Unsicher, ob ich am richtigen Ort bin, laufe ich auf dem Vorplatz herum. Die Sonne geht langsam unter. Da sehe ich Ray mit seiner Freundin Gosia Hand in Hand zum Kulturzentrum schlendern. Kurze Zeit später gesellen sich die anderen Bandmitglieder dazu. Also scheine ich hier richtig zu sein. Eine kurze Schrecksekunde bekomme ich in Form einer Nachricht auf meinem Handy. Die besagt, dass es im Saal wohl verboten sei zu fotografieren. Nun, wir werden sehen.

Innerhalb des Gebäudes empfängt einem die Kühle des großen Empfangsraumes.

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An der Kasse vorbei nähert man sich einem großen Bildschirm, auf dem auch Werbung für die anstehenden Konzerte gezeigt wird.

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Links und rechts führen wuchtige Steintreppen in die obere Etage, wo sich der Eingang zum Saal befindet. Der Saal selber fasst bis zu 700 Gäste; beide Konzerte sind ausverkauft.

Vor dem eigentlichen Eingang zur Halle fängt mich Nina ab. Sie arbeitet für Ray, organisiert viel, steht schon mal am Verkaufstresen etc. Sie ist sowas wie Ray’s Privatsekretärin. Zumindest habe ich manchmal so das Gefühl. 🙂

Auf jeden Fall steht sie plötzlich vor mir, unter ihrem einen Arm ein Klemmbrett. Dort streicht sie meinen Namen durch und drückt mir einen Briefumschlag in die Hand. Die Erklärung, die sie mir ins Ohr flüstert, reist mir fast die Füße weg. Ungläubig schaue ich sie an und frage leise: „After-Show-Party?“ Sie nickt und verschwindet. Langsam gehe ich zum Eingang. Dort muss ich meine Kameratasche öffnen. Ich komme ohne Probleme rein, geselle mich zu den anderen an der Bühne. Immer noch etwas benommen versuche ich, mich mit den anderen zu unterhalten. Nina kommt nochmal vorbei und überreicht mir einen Presseausweis, damit ich ungehindert fotografieren kann. Das war wohl der Grund, warum ich so einfach hier rein kam; Nina muss es den Leuten am Eingang schon im Vorfeld gesagt haben. Wie auch immer. Ich werde von vielen Leuten angesprochen. Offensichtlich bin ich bekannter als ich dachte. Langsam komme ich wieder in der Realität an. Kurz vor Beginn der Show begebe ich mich auf mein Sitzplatz. Dort habe ich endlich Zeit, in den Umschlag zu schauen.

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Mit einer Gänsehaut und einem Lächeln im Gesicht betrachte ich die kleine VIP-Karte: auf ihr Ray‘s Logo. Dieses Logo entsprang einem Foto, das ich vor vielen Jahren von Ray gemacht habe. Ich hätte niemals gedacht, dass ich das einmal in dieser Form in der Hand haben würde.

Das Licht geht aus, die Show beginnt.

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Das erste Konzert beinhaltet ausschließlich Genesis-Stücke (und war auch als erstes ausverkauft). Der Funke springt schnell über und das Publikum macht von Anfang an gut mit. Man hat den Eindruck, dass man sich untereinander kennt, was auch nicht verwundert, da man wirklich überall in bekannte Gesichter blickt. Ray bedankt sich auch später auf der Bühne, dass Fans aus ganz Europa extra für ihn diese Reise unternommen haben.

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Eine kleine Überraschung gibt es, als die Band bei dem Lied „In the air tonight“ Pappmasken von Phil Collins aufsetzen. Ray bekommt das anfangs nicht mit, singt weiter. Erst zum Schluss des Liedes, als Ali und Steve sich Ray nähern, bemerkt er, dass da was nicht stimmt, denn selbst das Publikum lacht nun unüberhörbar. Nun blickt er rechts und links in das Gesicht von Phil und muss ebenfalls lachen.

Nach knapp 2.5 Stunden endet das Konzert.

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Ich packe meine Kamera ein und begebe mich Richtung Ausgang. Dort spricht mich wiederum eine Frau auf Englisch an. Es ist Francois aus Paris. Wir haben uns kurz vor unserer Abreise geschrieben, nun treffen wir uns hier. Es ist wirklich unglaublich. Plaudernd begeben wir uns in die Vorhalle. Dort kommt jedoch Nina zu mir und drängt zum Aufbruch.

Ich verabschiede mich schnell von Francois, gehe aus dem Gebäude und wende mich nach links.

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Jazz Club

Dort sehe ich ein kleines blaues Schild, daneben eine geöffnete Tür, eine Treppe führt nach unten…

Fortsetzung folgt…

Teil 3

Reisebericht Teil 1

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