Ray Wilson`s Geburtstag in Poznan -Teil 3-

Tag 2 – After-Show-Party

„Blue Note“. So der Name des Jazz-Kellers. So etwas wollte ich schon immer mal besuchen, habe es aber nie getan. Und jetzt hier…

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Die Wände am Eingang sind mit Plakaten zugekleistert, erinnert mich etwas an die MusicHall in Worpswede. Nur dass es hier eine enge Treppe ist, die mich nach unten führt. Dann erreiche ich die Garderobe, vor mir ein „Man in Black“ (hatte er auch eine Sonnenbrille auf?). Das Licht ist sehr gedämmt. Der Schrank vor mir verlangt mit grimmiger Miene eine Genehmigung zu sehen. Ich halte ihn meine VIP-Card unter der Nase. Sofort springt er zur Seite und macht mir Platz. Ich durchquere den dunklen Flur, plötzlich öffnet sich vor mir der große Raum.

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Auf der Bühne auf der anderen Seite spielt jemand Klavier, rechts befindet sich eine große Bar. Hier oben wird gerade Sushi angerichtet. Der Raum vor der kleinen Bühne selber war mit Tischen und Stühlen bestückt. Ich gehe die letzten Stufen herab, schaue plötzlich in bekannte Gesichter. Auch sie stehen auf der Liste. Da wir verdonnert wurden, nichts zu sagen, wussten wir voneinander nicht. Egal, jetzt sind wir hier, und es ist ein verdammt gutes Gefühl! Nach und nach treffen die Bandmitglieder ein. Alles ist locker, es wird viel gelacht und getrunken. Ich gehe zur Bar, bestelle mir einen Whisky und geselle mich zu den andern am Tisch.

Dort treffe ich sie alle wieder. Ina und ihr Mann Hartmut sind auch da. Ina war diejenige, die mich zu dieser Reise „gedrängt“ hatte. Zum Glück…

Heike muss mich öfters kneifen, damit ich realisiere, dass diese Momente Wirklichkeit sind. Mit meinem Glas Whisky in der Hand stehe ich inmitten des Geschehens und genieße jede Sekunde.

Gut eine halbe Stunde vor Mitternacht erscheint dann Ray.

Händeschüttelnd bahn er sich langsam den Weg zur Bühne. Unter kräftigen Applaus ergreift er das Mikrofon und bedankt sich herzlich für das zahlreiche Erscheinen.

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Er erzählt davon, wie er vor über 10 Jahren die Entscheidung getroffen hat, nach Polen zu ziehen, dass er den schottischen Humor, der manchmal sehr sarkastisch sein kann, hier vermisst. Er bedankt sich, dass man ihn hier in Polen geholfen hat, seine Karriere aufzubauen, und auch dafür, dass man sein Gesicht überall in Polen auf Busse angebracht hat. Dadurch, so meint er grinsend, sei er wohl der meist gehasste Typ in Polen geworden. Zum Schluss genießt er es, diesmal nicht auf der Bühne singen zu müssen (was er aber zu fortgeschrittener Stunde trotzdem tut), und somit die musikalische Begleitung anderen überlassen kann (Marcin und Ali lassen es sich nicht nehmen).

Danach geht er von der Bühne, bedankt sich diesem und jenem. Ich nehme einen weiteren Schluck und lasse meinen Blick durch den Keller kreisen. Dort steht Ali und lacht (seltener Anblick), und da ist jemand im Kilt und bestellt sich etwas zu Trinken. Ist es Scott Spence? Ich weiß, dass er auch hier ist und hoffe, ihn zu treffen. Wir haben öfters miteinander gemailt, ein Foto, das ich mal gemacht habe, ziert eine Single von ihn und seiner Band aus Edinburgh.

Plötzlich steht Ray hinter mir, spricht mich an und nimmt mich in den Arm. Er bedankt sich, dass ich hier bin. Ich wiederum bedanke mich, dass er mich eingeladen hat. Wir klopfen uns auf die Schulter. Ich frage Ray noch schnell, ob Scott hier ist. „Ja“, sagt er, „irgendwo. Aber nicht jeder Schotte hier trägt einen Kilt. Musst mal gucken.“

Und dann ist es schon Mitternacht.

Ein Geburtstagsständchen wird gehalten, Ray schneidet seine Torte an. Nun geht Marcin auf die Bühne.

Mit seinem Saxophon verzaubert er die Gäste. Danach ist Ali dran.

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Natürlich spielt er „Wish you were here“ von Pink Floyd. Ich weiß nicht, den wievielten Whiskey ich mittlerweile in der Hand halte. Immer wieder blicke ich mich mit einem Lächeln um, versuche, nicht aus diesem Traum zu erwachen. Ich muss an die Worte meiner Frau denken, die am Tag des Abflugs sagte, wenn ich die Reise nicht mache, würde ich es ewig bereuen. Wie recht sie doch hatte! Heike macht von weitem ein Zeichen, als ob sie mich kneifen würde. Nein, ich wache nicht auf. Dies ist kein Traum. Ich stehe hier inmitten einer Jazz-Bar in Polen und feiere mit Freunden den 50. Geburtstag von Ray Wilson…

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Ach ja, und Scott Spence habe ich auch noch getroffen…

Wie lange die Feier an diesen Abend noch ging, ist mir nicht bekannt, da ich mich um 2.00 Uhr auf den Weg ins Hotel machte. Allerdings sah ich noch das eine oder andere Posting, das noch Stunden später online gestellt wurde…

Fortsetzung folgt…

Teil 4

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